Zwischenfazit nach knapp 2 Wochen auf Reisen

So, langsam wirds mal Zeit, etwas andächtig zu werden, und ein Resume zu ziehen und den ersten richtigen halbwegs durchdachten Artikel zu verfassen, nachdem wir die letzten Tage ja immer nur ein paar Bilder mit ein paar Erfahrungen gepostet haben.

Ich (Klemens) nehm mir heute einen halben Tag Auszeit (werde doch älter ;-)), nachdem wir uns eigentlich schon über die toten Feiertage von Jom Kippur geplant hatten, nix zu tun, es aber mal wieder anders alles kam.

Eigentlich sollte ich mir jetzt auch, wie Tabea, anschauen, aber so langsam braucht MANN nach der Action der letzten Tage auch mal wieder en paar freie Minütchen um sich zu sammeln. However; ist schon verrückt, was einem in einem fremden Land so alles passiert.

Gestern Abend waren wir zum Barbecue bei einem Franzikaner-Priester eingeladen, der die Pilgerstätte schmeißt; Wahnsinn, wie gastfreundlich der Kerl war und wie locker er uns begegnet ist. Nagile (Wasserpfeifen), zwei Pullen Hochprozentiges, eine Menge köstlichstes Fleisch und sooo viel unbekanntes Gemüse stand da bereit; unfassbar, wie gastfreundlich Leute hier sind, und dies alles nur, weil Tabea und Marie am Tag zuvor sich mal kurz von ihm mit dem Gartenschlauch im Garten erfrischen wollten.

  

So kam eins zum anderen und einen Abend später saßen wir bei im auf der Veranda zum Essen, haben für 2 Tage Verlängerung hier (ja, werden wohl nur 5 Tage dann in Jordanien verweilen) eine kostenlose pimpe Unterkunft (wer übrigends mal nach Israel will, kann sich gerne bei uns melden, haben jetzt für 10 Tage locker Adressen und Visitenkarten zugesteckt bekommen, wo wir immer eingeladen worden sind, vorbeizuschauen, wenn wir oder Freunde/Familie/Bekannte wollen), einen sagenhaften Blick auf die Alte Stadt (Felsendom, Al-Aqusa Moschee, Berg Zion, Scheol, Messiastor…usw) und wissen endlich, wo die ist, Judas seine 30 Silberstücke verlegt hat, nachdem er Jesus verraten haben soll, und wir begraben werden möchten, damit wir die ersten sind, wenn Jesus wiederkommt und die Toten auferweckt. 😉

 

Vorgestern Abends waren wir, weil wegen Jom Kippur absolut Tote Hose in der Alten Stadt war (die Straßen waren leer gefegt, wie bei uns zu Neujahr zwischen 6-10 Uhr am Morgen), in Ost-Jerusalem, bei den Arabern; dort haben wir mehr als Lecker gegessen und Top-Live-Musik gehört, palästinensiches Bier verzehrt und eine Unterkunft für Hongkong oder Schanghai klargemacht, falls wir da hinkommen sollten mal; vielen Dank dafür an MingMing 😉 Auf dem Heimweg durften wir noch Kakerlaken bei der Paarung beobachten; Grandios, was will man mehr! 😉

So, tagsüber lassen wir es meist locker angehen; irgendwie kommen wir nicht vor 12 ins Bett, und die Nacht ist meist auch nicht soo erholsam (entweder ist es zu warm, oder zu kalt, oder Klemens schnarcht zu laut, Tabea pupst zu laut, Kissen ist zu hart oder zu groß, die Straße ist zu laut, wir haben ein Glas zu viel Bier getrunken oder zu wenig, usw..;-); naja, wir kommen abends immer schwer runter, sind oft reizüberflutet von den für uns ganz neuen Eindrücken.

Trotzdem lässt es sich nicht vermeiden, dass man an irgendwelchen Sehenswürdigkeiten in der Alten Stadt vorbeischrammt; einmal stolpert man mal in das angebliche Gefängnis von Jesus vor der Kreuzigung, dann rennt man 5 mal an der Grabeskirche vorbei, ohne einmal drin gewesen zu sein, hört in der Erlöserkirche sich ein Privatkonzert ausversehen an, stellt fest, dass die Klagemauer in Jerusalem "Western Wall" heißt, tritt in Hund-A-A, lässt sich von Arabern anquatschen, hilft verstörten und ängstlichen Einheimischen in der Nacht nach Hause, phentermine posiert unbekannterweise am unechten FelsenGrab von Abschalom, fragt sich, wie Maria vor ihrer Himmelfahrt in einem so kleinen Felsensarg friedlich gelegen haben sollte oder sitzt im Garten Gethsemae und fragt sich, wo die Jünger früher eingeschlafen sein könnten, als Jesus vor seiner Kreuzigung Blut geschwitzt hat. Hm…Fragen über Fragen; dies geht uns überhaupt oft so, dass wir viele Eigenheiten oder Abläufe des täglichen Lebens einfach nicht verstehen, aber was solls: Einfach immer lächeln, schön freundlich und brav sein, dann beißt einen auch keiner.

 

Naja, wie auch immer; jetzt bin ich schon wieder müde, leg mich wohl nochmal aufs Ohr, lass mir von Tabea dann erzählen, was ich in der City of David so alles nicht gesehen habe und freue mich auf Jericho heute Abend. Pater Sebastian hat uns schon wieder eingeladen, fährt eh nach Jericho heute Abend, langweilt sich sonst scheinbar mit seinen 7 bissigen Hunden auf dem Hügel gegenüber vom Felsendom und freut sich über Gäste, die sein italienische Pesto dann verzehren, Na gut, nehme wir gerne an. Ach, ich mag das Land und die Leute…