Zwischenfazit 2 – Jordanien – und ???

So, nun heißt es mal wieder Abschied nehmen von einem Land. 6 Tage Jordanien waren für uns jetzt grad genug, um heraus zu finden, dass wir es hier nicht viel länger aushalten müssen. Gut, jetzt nach ner Woche wäre die Zeit gekommen, das Land näher kennen zu lernen, nachdem wir die wichtigsten Sehenswürdigkeiten (Gerasa, Petra, Amman) gesehen haben. Aber der erste Eindruck entscheidet doch oftmals ;-( und der war jetzt eben nicht so der Burner; gut, die Vorzeichen standen alleine wegen unserem Transit nach Amman, mit dem unschönen Unfall und den Bilder, die sich danach im Kopf festgesetzt haben, nun aber wieder in ziemlich Ferne gerutscht sind, nicht gut. Unsere beiden Hoteliers, die uns immer das Gefühl von Sicherheit und Hilfsbereitschaft gegeben haben und der letzte Taxifahrer, der uns mal nicht übers Ohr gezogen hat, haben echt die Kohlen für dieses Land aus dem Feuer geholt; natürlich auch unsere Freundin, die uns mit viel Fürsorge und Hilfsbereitschaft, aber auch einer großen Begeisterung und Hingabe IHR Land gezeigt hat, und uns etwas in die Sitten und Bräuche des Landes einführen wollte. However, wir haben dem Land aber auch keine richtige ehrliche Chance gegeben nach unserem Unfall zu Beginn und den anstrengenden 2 Wochen im Heiligen Land. Haben uns bewusst isoliert in unserer kleinen Welt im Sydney-Hotel, die Erlebnisse und Erfahrungen der letzten Wochen verarbeitet. Daher können wir über die Kehrseite dieses eher kargen und öden Land wenig bis gar nichts sagen; trotzdem tun wir es mal zu unserer eigenen Reflexion:

Diese Dinge haben uns einfach nur genervt:

  • Das permanente Hupen der Taxifahrer, wenn Sie Touris nur riechen
  • Den aggressiven verbalen Umgang untereinander
  • Die überzogenen Preis für Bier (2,8 – 3 Euro für ein Bier gibt unser Reisebudget dann doch nicht jeden Abend her für en kleines Bier Heineken) (noch verrückter spielten die Preise dann in Dubai!!!)
  • Die unzähligen Straßenstand- und Ladenbesitzer, die einem etwas verkaufen wollen (Gut, aufgezwungen hat uns niemand was, aber nervig auf Dauer doch; naja, da wird uns noch schlimmeres wohl in anderen noch ärmeren Ländern wiederfahren)
  • Die große klaffende Kluft zwischen Arm und Reich: Das Rumgeprotze mit teuren Karren auf der einen Seite und die armen Frauen am Straßenrand, die nur ums überleben kämpfen und versuchen etwas Schmuck zu verkaufen, auf der anderen Seite
  • protz
  • Die fehlende Kommunikationsmöglichkeit mit den Einheimischen (nicht mal an der Grenze, noch in den Tourihochburgen, noch sonst wo, sprechen die Jordis Englisch; tja, und unser Arabisch reicht nicht über „Danke“, „Bitte“ und „Guten Tag“ hinaus, naja, sind wir selber Schuld, hätten uns wohl etwas mehr vorbereiten sollen, arabisch lernt man ja über 17 Jahre ganz gut)
  • Die immer wieder gleich verlaufenden Gespräche, wenn die Leutz doch etwas Englisch konnten: „Where are you from“; „whats your name“; „Oh, i have a uncle in Germany“; „Good Country“

Naja, uns scheint es mittlerweile echt ein Privileg zu sein, aus Deutschland zu kommen; beim Einstieg gestern in den Bus in Petra meinte nur der Kontrolleur: „Congratulation!“ Ich frage: „Why?“ Und er: „you are a resident of Germany!“ Aaja, gut, bisher hab ich dies noch nicht als Selbstverständlichkeit erachtet, aber dies scheint es nach Auskünften unserer Freundin echt zu sein. Tabea hat schon ein paar Heiratsanträge bekommen; die wollen alle raus aus Jordanien, jedenfalls wenn sie etwas Grips haben, und probieren es auch, so gut wies nur geht…

Hm, trotz alle dessen, können wir schon sagen, dass Jordanien mal ne Reise wert ist; Auch wenn nur wegen der Erfahrung, festzustellen, dass der raue Umgangston erstmal etwas herausfordernd für unsere deutschen harmoniebedürftigen Gemüter ist. Oder nur um billige Falafel zu Essen; Das Essen ist übrigens immer sehr lecker gewesen. Eine Wohltat für unseren Magen nach 2 Wochen fast nur trocken Brot mit Käse und Dip;jordi

Ach ja, die Ziggis sind hier auch spott-billig. Hab die Tage über 10 Schachteln für 8 Euro erstanden; Wahnsinn, wenn ich jemals nochmal nach Hause kommen sollte, wird der Weg zu meiner Lunge gut geteert sein! ;-))))) Wie viel Geld man hier sparen könnte 😉

Jetzt sitzen wir grad am Flughafen in Amman; Klemens hat ne schöne Pulle Johnnie Walker als Schnäppchen erstanden; so sollten wir wenigstens vorübergehend unsere Abstinenz-geschundene Leber etwas in Beschäftigung versetzen können. Jedenfalls dann, wenn wir es irgendwie schaffen sollten, in Dubai den edlen Tropfen zu uns zu nehmen. Eigentlich nach Gesetz braucht man dort nämlich eine „Drinking License“, was auch immer das heißen soll. (Haben dann in der Nelsens Bar gegenüber unserer Hotels von einem trinkfreudigen Ami erfahren, dass man doch nicht seine Trinkfestigkeit unter Beweis stellen muss, NEIN, man kauft sich die Lizenz einfach! na toll, bringt a viel ;-)) Naja, die Hotels sollen aber mittlerweile ganz tolerant mit dem Konsum von kleinen Mengen an Alc. umgehen. 2 Wochen ohne Bier können schon echt hart sein. 😉

johnny