Vom Wunschtraum zum Alptraum und…

Juhu, nach einem kurzen Stop-Over in Sydney stand nun Tabeas WELTReiseziel NEUSEELAND endlich an; 5 Tage in den Weiten Australiens, das 10mal so groß wie Deutschland ist, sollten ausreichen für uns; jedenfalls dann, wenn einem vor der Reise so von Neuseeland vorgeschwärmt wird und Tabea schon mal am Ayers Rock ihre Zeit verschwendet hat. Ureinwohner begaffen brauchen wir auch nicht mehr, und große Städte haben wir auch zu genügend gesehen…

Also gings los zum Kingsmith-Flughafen in Sydney; Man, hat das wieder bei der Billigairline unseres Misstrauens ewig gedauert, bis wir endlich unser Gepäck aufgeben konnten. Macht nix, dafür wurden wir durch den Immigrations-Check einfach durchgewunken um dann festzustellen, dass unsere dämliche Maschine einfach nicht pünktlich boarden will. Also, einmal, zweimal, dreimal die Duty-Free-Shops abgelaufen, doch noch meine letzte (wie sich später herausstellen sollte) „billige“ Stange Marlboro gekauft (wobei „billig“ subjektiv ist -> in Neuseeland kostet ne Schachtel Kippen glatte 11 Euro, verrückt, die drehen da den Klimmstängelträgern den Gar wirklich aus) und dann noch aus reiner Langeweile mal wieder ne Pulle edlen Whiskey mitgehen lassen: Diesmal sollte unser neuer Freund „Honey“ (Jack Daniels Honig) heißen!

Eigentlich echt einfach nur ein Kauf aus Langeweile, wir australische Devisen ausgeben mussten (das Geld reichte wirklich auf den Cent genau) und weil sichs interessant anhörte…wie sich später herausstellen sollte, doch aber unsere beste Entscheidung an unserem noch halb-bevorstehenden 36-Stunden-Tag war.

Gut, mir nichts, dir nichts, (also mit 1er Stunde Verspätung)  landeten wir auch schon in Christchurch, der zweitgrößten Stadt in Neuseeland auf der Südinsel. Wir träumten schon von etwas billigeren Essen und herrlichen Panorama. Trotzdem haben wir uns seit Malaysia vorgenommen, keine großen Pläne mehr zu machen (also, noch weniger als vorher eh schon net) und einfach naiv ins Land reinzuschneien! (Meist bringts eh nichts Pläne zu machen, oder sich Informationen einzuholen; entweder sie stimmen nicht; z.B. sollte eigentlich „Freedom-Camping“ verboten sein seit 2011, oder wenn sie stimmen, dann werden sie von uns geschmeidig ignoriert, weil wirs einfach nicht wahr haben wollen, dass Neuseeland z.B. wirklich so teuer ist oder man keine getragene Schuhe mit einführen darf oder man tatsächlich keine verseuchten Lebensmittel von Australien auf die pestgebeutelte Insel schmuggeln kann; Gut um 400 Dollar Strafe sind wir glücklicherweise doch noch rumgekommen, aber wer ahnt schon damit, dass solche auf Schweinefleisch und offenen Käse spezialisierte lebende Detektoren-Köder am Security-Check an deinen Koffern rumschnüffeln!? ;-)) (Drogen einschmuggeln wurde dafür nicht ausdrücklich verboten…tztztzttztz..und überhaupt finde ich die Flughafenkontrollen und Security-Vorkehrungen mittlerweile weltweit einen echten totalen Witz; mach mir schon gaar nicht mehr die Mühe ständig mein Feuer, Laptop, Wasser, usw..zu verstecken, meist fällts eh nicht auf oder ins Gewicht, tztztzttz)

So, eigentlich haben wir uns das Ganze so vorgestellt: Wir kommen um 1.30 Uhr in der Nacht in Christchurch am Airport an, vertreiben uns die Zeit am Flughafen mit Reiseinformationen lesen zu Neuseeland, legen uns wenns geht irgendwo aufs Ohr und drücken unsere Augen mal ganz feste zu und rennen um 8 Uhr morgens zu dem Campervan-Verleiher unseres Vertrauens und ab geht die Luzzi.

So jedenfalls unser Plan! (naja, so planlos waren wir dann doch nicht, haben Wochen vorher schon verschiedene „RE-Location“-Angebote gecheckt, welche wir ja z.B. schon in Deutschland zu unserem Umzug genutzt hatten; Lehnetrotter bekommen Auto/Sprinter/Bus/LKW oder sonst einen motorisierten Untersatz, fahren diesen von Punkt A nach B, wobei A und B so halbwegs zu unserer bis dahin noch nicht eruierten Reiseroute passen sollte/oder dann einfach zu passen hat, checken da einen neuen „RE-Location“-Wagen aus, und fahren so über die ganze Insel, ohne einen Cent auch nur zu zahlen; manchmal war sogar der Sprit oder die Fähre von der Süd-Insel zur Nord-Insel inklusive; naja soweit so schlecht, es gab keine passenden Angebote, dann dachten wir uns, Tabeas Traum vom „Bulli“ in Neuseeland lassen wir uns nicht zerschlagen, wäre ja eh viel zu kompliziert ständig den Wagen zu wechseln, also mieten wir gleich für ein paar Centinen einen kleinen Camper-Van; hatten uns da sogar a schon ein schönes Angebot rausgesucht. JAAA, und Verhandeln sollte man auch können wie in Südost-Asien angeblich, so unsere Information jedenfalls von einem malaysischen Neuseelandfanatiker.

Gut, an Schlafen war nicht zu denken, schon gar nicht draußen vor der Tür; Man, war das dort aaaa—Kalt; man sagte mir, es hätte 10 Grad tatsächlich draußen gehabt. Das kleine Flughafengebäude war dazu schon von einigen Backpackern besiedelt worden; Aber warum verdummt nochmal in der Welt müssen die immer Armlehnen zwischen die Wartesitze machen; Gut, ein/e Lehne ist ja was feines, aber zum Querliegen über die Nacht und Tiefschlafen echt mies. Also legten wir uns nach einiger Zeit einfach auf ein Gepäckband. War weich von unten, relativ warm und es war ruhiger, da abgelegen von den ganzen Backpackern, die zusammengegrümpfelt auf TeppichBoden, Getränkeautomat oder eben halb-sitzend-halb-liegend auf den eben beschriebenen Wartesitzen mit Lehnen fleißig Bäume zersägten.

Hups, nur um 6.30 Uhr wurden wir dann Richtung Abfertigung gekarrt, lief doch tatsächlich das Band wieder an, von welchem wir dachten, es würde nicht mehr genutzt werden. Gut, an Schlaf war nicht mehr zu denken, also noch ein wenig freies Internet abstauben und los zum Autoverleiher.

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Mach mas ein bisschen kürzer! Dort fanden wir heraus, dass hier gerade die Osterferien angefangen hatten, die ganzen Wägen unterwegs waren, und erst morgen wieder ein Campervan zu haben wäre; also vollkommen übermüdet in die vom Erdbeben gebeutelte Stadt Christchurch, Unterkunft suchen, oder vielleicht doch noch ein Schnäppchen bei 2 anderen Anbietern abstauben.

Alles soweit so schön, wenn wir etwas fitter gewesen wären (Wir wollten eigentlich erstmal schön unseren Wagen ans Meer stellen und ne Runde im Campervan pennen und bei Sonnenuntergang etwas am Strand flanieren) und es NICHT jetzt gerade zu REGEN anfangen würde.

Dann haben wir noch zu aller Anfang den nächsten Bus in die Stadt verpasst. Also, schön bei 11 Grad von oben bis unten befeuchten lassen.

Als wir dann endlich im Stadtzentrum angekommen waren, fragen wir uns allen Ernstes, wo das Stadtzentrum jetzt sei; weit und breit keine Geschäfte, keine Buden, Trinkhallen, oder oder… Gut, lauf ma zum nächsten CamperVan-Angebot eben, weil wir keine Karte von der unschönen verregneten Stadt hatten, nur die grobe Richtung wussten. Ein Internetfähiges Smartphone mit Google-Maps-App, die uns soooo gute Dienste selbst im hinterst-entlegenen Loch in Kambodscha erwiesen hatte, besaßen wir noch nicht. Blöd. Also, weiter mit 25kg Kilo Reisegepäck und einen Rucksack jeder auf den Rücken durch strömenden Regen ohne Regenjacke. Durch Zufall nach einer halben Ewigkeit am nächsten CamperVan-Anbieter angekommen, müssen wir uns da wieder sagen lassen, dass die kommenden 5 Tage nichts zu machen ist! Gut, weiter, oder besser gesagt wieder zurück mit unserem ganzen Gelump! (warum haben wir sooo viel Gepäck mitgenommen und kommt immer mehr dazu!?)

Also, CamperVan-Traum abgehackt, Unterkunft suchen stand jetzt an; bisher hatten wir noch keine unterwegs wahrgenommen, haben uns daher welche empfehlen lassen. Und wie sonst auch schon immer, gabs die Jugendherbergen mal vor aller Ewigkeit, wurden nur 2011 vom Erdbeben zerlegt; also, nix zu machen, laufen wir wieder in die „Stadtmitte“ (Eigentlich wollten wir uns in der Zwischenzeit mal ne Sim-Card kaufen, aber war weit und breit kein Laden zu finden).

Naja, nach einer weiteren gefühlten Ewigkeit bei Wind und Wetter, platze uns dann der Kragen. Tabea wollte so schnell wie möglich aus Neuseeland abreisen und einen Schluck aus unserem tags-zuvor-aus-Langeweile-erworbenen „Honey“.

Also, ließen wir einfach alles stehen uns liegen, setzen uns vor ein ehemaliges Bekleidungsgeschäft auf zwei Papp-Kartons und spülten unseren Frust erst einmal richtig Assi-like herunter. Und unser neuer Freund ließ uns nicht im Stich, 30 Minuten und 2 Entschuldigungen (da haben sich doch glatt wirklich 2 Einheimische BEI UNS entschuldigt, dass ihre Stadt so heruntergekommen ist! ;-))

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später fühlten wir uns wieder etwas ermutigt und bestärkt, doch nicht auf der Straße schlafen zu müssen…

Und so weiter, und so fort…so ging das dann noch 2-3 mal weiter! Christchurch bestand wirklich nur aus einem riesigen Gewerbegebiet; Lebensmittelgeschäfte Mangelware, Shopping-Malls konnte man sich erträumen, eine wahre Zombie-Stadt, Menschen sahen wir keine, aber unser neuer Freund „Honey“ teilte die nass-kalte Zeit mit uns.

Gut, nach einer halben Ewigkeit haben wir in ein für unsere Maßstäbe vollkommene überteuerten Hostel eingecheckt, auf 12qm unsere nassen Klamotten verteilt, und geschlafen….geschlafen, und nochmal geschlafen….

Mach mas noch kürzer, sonst kommt Langweile auf… 😉

Am nächsten Morgen holten wir unseren CamperVan ab; na toll, nur leider hatten sie nicht unser Modell, nur eine kleinere Version! Egal, Hauptsache weg aus Christchurch; NEIN, doch nicht, am nächsten Morgen tauschten wir die Karre gegen ein größeres Schiff und….

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…lebten glücklich und zufrieden bis in alle Ewigkeit! (so, wollte schon immer mal eine Geschichte so beenden…)

 

Pünktchen…Pünktchen…Pünktchen…