Johnny Walker, der neue Freund der Lehnetrotter

  

Wir haben Jordanien hinter uns gelassen und sind mittlerweile seit Dienstag Nacht in Dubai.

Wir sind um 2.00 Uhr rum gelandet und haben uns auf zum Hotel gemacht- Dort wollte der Hotelier uns überzeugen, dass wir das Zimmer für 48,-€ extra schon beziehen können. (und das war ein guter Preis; wir haben ihn von 70 Euro runtergehandelt) Wir haben uns glücklicherweise dagegen entschieden.

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Aber erstmal das bisherige Fazit zu Jordanien:

Ich bin ehrlich gesagt ganz froh abgereist zu sein. Und ich entdecke an mir eine Spur verwöhntes Deutschland, als wir in Dubai landen. Alles ist so sauber, so organisiert, so einfach, weniger laut, weniger nervig, weniger anstrengend. Man kann sich verständigen und sich zurücklehnen. Bin ich doch eine verwöhnte Luxusgöre, die mit dem Anderen überfordet ist? Aber ich möchte doch die Einfachheit des Lebens kennenlernen, die Vielfalt mit all ihren Facetten…

In Jordanien war ich ständig unsicher, ob die Menschen mich gerade übers Ohr hauen wollen. Ein einfaches „nein“ reicht nicht, man muss es ständig wiederholen.

Der Einstieg mit dem Unfall war schon nicht positiv. Aber auch sonst habe ich wenig Menschlichkeit und Herzlichkeit empfunden. Es geht um einen selbst, ums Überleben. Vielleicht ist es tatsächlich das, was es ausmacht? Die Menschen sind arm, haben kaum Auskommen, es ist alles sehr einfach und vielleicht führen die Existenzängste zu Egoismus und dazu andere Menschen auszunutzen.

Gut ich muss auch zugeben, dass es in unserem Hotel anders war. Die drei Mitarbeiter waren sehr freundlich, sehr hilfsbereit, sehr entgegenkommend.

Der Taxifahrer, der uns zum Flughafen gefahren hat, war auch sehr nett, hat uns nicht übers Ohr hauen wollen und war zuverlässig. Woran liegt es, wer man ist und wie man wird? Wodurch lässt man sich in welche Richtung beeinflussen? Wenn ich häufig die Erfahrung machen würde ausgenutzt zu werden, lasse ich mich dadurch grundsätzlich verunsichern und werde misstrauisch oder schaffe ich es mir eine gewisse Naivität beizubehalten, trotzdem auf das Gute im Menschen zu schauen und zu achten. Sensibel zu werden und zu bleiben für Chancen und Möglichkeiten Beziehung zu bauen? Ich glaube in Jordanien fällt mir das schwer. 

Ich kann es nicht genau sagen, was es ist, was mich in dem Land eher bedrückt hat. Das ständige Aufpassen müssen, immer misstrauischer zu werden, die fehlende Möglichkeit zur Kommunikation. Exot zu sein, mit dem Gefühl, als Exot gleich als potenzielle Geldmaschine darzustehen,

Das arabische Essen gefällt uns allerdings sehr gut und das Abschiedsessen war super.

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Jetzt sind wir in Dubai. Also zurück. Wir haben beschlossen das Angebot des Hoteliers nicht anzunehmen und stattdessen die Nacht durchzumachen.

Wir haben es tatsächlich geschafft und sind zur Palmeninsel gelaufen. Was hier schon nicht so üblich zu sein scheint, also das Laufen. Mitten in der Nacht schon mal gar nicht. Aber es war schön und in der Nacht auch wahrscheinlich wesentlich besser zu ertragen, als tagsüber bei der Hitze. (Hitze heißt hier normalerweise über 40 Grad)

Den Sonnenaufgang konnten wir leider nicht sehen, weil die Sonne ja bekanntlich im Osten aufgeht und wir uns im Westen befinden. Aber trotzdem geht die Sonne auf und die Farben verändern sich und das besonders mit dem, von Klemens im Flughafen erstandenen, Johnny Walker :-). 

 

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Nach einem kurzen Nickerchen, bei dem mich der Baustellenlärm aufgeweckt hat, machen wir uns auf Dubai bei Tag zu erkunden.

 

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Unverhofft kommt oft, wie man so schön sagt. 😉

Eigentlich wollten wir nur mal endlich wieder ein Bierchen trinken und eine Bar finden, in der dies auch im arabischen Land erlaubt ist.

Wir landen also in Nelsons Bar im Hotel gegenüber von uns. Ohne große Erwartungen oder Ideen, was daraus werden kann. Just to drink a beer.

Wir kommen also hin, und es stellt sich heraus es ist Ladys Night in Nelsons Bar und der Laden brummt. Eine richtig schöne Kneipen-Atmosphäre und ich bekomme sogar drei Getränke gratis. Cool. Es hat auch Vorteile als Frau geboren zu sein. 😉 Gibt es eigentlich so etwas wie Men Night? Noch nie gehört…

Ich bin also gut dran, denke ich, aber leider erfahre ich dann, dass Bier nicht zu den Gratis-Getränken gehört. Nun gut, was kostet also ein Weizenbier? Klemens fragt bei einem Typen nach. Er weiß es nicht, er ist schon lange da und er trinkt einfach, interessiert ihn nicht, na gut..

Also an der Bar nachfragen: WAAASSS? WIRKLICH?

9 EURO für einen HALBEN Liter Bier. Das ist ja schlimmer als aufm Oktoberfest!

Na gut was solls, drei Getränke gratis, da gönnen wir uns ausnahmsweise mal eins. Dann wird halt schön geteilt.

Während wir so dasitzen und gemütlich plaudern und das erste Weizenbier nach, mhh keine Ahnung, 4 Wochen genießen, kommt auf einmal der Barkeeper und stellt Klemens noch ein Weizenbier hin. Ein Geschenk des Himmels, juhuuuu. Ne eigentlich das Geschenk von dem Herren gegenüber, den er zuvor (siehe oben) nach dem Preis gefragt hat. Und noch besser: ich darf mir auch ein Getränk auf seine Kosten bestellen. Also noch ein Weizenbier… aus eins wird drei, yeah.

Aus dem späteren Danksagen bei dem Herren von Gegenüber (wie sich nachher herausstellt, heißt er Matt und kommt ursprünglich aus der USA) entsteht noch ein Bier für jeden und ein langer und unterhaltsamer Abend mit diesem und seinen Freunden Ramone und Hamal (oder so ähnlich), sowie eine Einladung für Freitag Abend.

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More to come sooon….