INDER Club – Die haben doch die Buschtrommeln angeworfen

"die Inder haben doch die Buschtrommel angeschmissen"

….nur so lässt sich erklären, dass ganze Dörfer von unserer Anwesenheit "in the middle of nowhere" Wind bekommen haben.

Naja, alles mal langsam von vorne: Haben ja schon lange nicht mehr getext, entweder, weil wir mal wieder kein Internet hatten, oder zu müde waren, oder zu faul, oder keine Zeit (waren jetzt nämlich 5 Tage nur auf Axe) oder alles zusammen. 😉

Da sich hier die Ereignisse überschlagen, und wir noch keinen persönlichen Chronisten anheuern konnten, nur ein paar Auszüge hier der letzten Tage. (Auch weil ich grad INDER Club stehe, mitten in einem überladenen Zug und mir die Suppe den Körper runterfließt; so ein Zug würde in Deutschland nie und nimmer fahren, des würde in den Medien dann gleich wieder heißen, ¨Klimaanlage in ICE ausgefallen,12 Menschen sind kollabiert!¨- und würde ein riesiges Medienecho auslösen, was die DB mit all unserem Geld macht, und ob Fahrpreiserhöhungen gerechtfertigt sind –  Ja und? Hier haben wir wenn überhaupt Ventilatoren an der Decke, wenn sie funktionieren, und Stapelweise Inder im Zug, wer umfällt darf den Zug unaufgefordert verlassen und Platz machen für uns 😉 ) Hier ein paar Bilder von der Hinfahrt, der Eindruck trügt; so leer wars sonst nie…

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Gut, Mittwoch kamen wir in Indien, Trivandrum, an. Haben uns erstmal die Zeit im Büro der Sri Lanka Airlane vertrieben. 😉 Wurden nämlich mal wieder richtig verarscht! Man hat uns ja angefüttert mit einer kostenlosen Übernachtung mit 3 Mahlzeiten und 100 USD als Voucher für den Onboardshop. Naja, Onboardshop gabs nicht, daher auch keine Waren, und Auszahlung ist natürlich auch nicht möglich; und en unbrauchbares Ticket mussten wir uns a noch gleich nach Colombo, Sri Lanka zurück kaufen, sonst wären wir nach Indien angeblich nicht reingelassen worden. Ja subba, hätte uns die Tante am Tag vorher auch mal erzählen können, wo sie genau wusste, was wir vorhaben. Hmm, mehr als heiße Luft um nix und eine Po-Landung auf dem gefliesten dreckigen Büroboden war nicht rauszuschlagen.
Morgen lass ich dafür im Hauptbüro in Trivandrum einen Flachbildschirm mitgehen. So nicht mit uns, meine Lieben Herren und Damen!!!

Von unserer äußerst komfortablen Unterkunft in dem Haus von Don Bosco sind ja schon ein paar Bilder erschienen. Ein karges Zimmer, ne Pritsche und en Schreibtisch zum Bibellesen mehr war nicht drin. Und dafür muss ich auch in der Nacht mit der Wand schmusen, weil Bea mittlerweile zu wohlgeformt ist für den einen kleinen Raum. Also, musste noch eine Besenkammer her. 😉
Nööö, so schlimm ist es auch wieder nicht; Die Leutz dort vor Ort sind mehr als freundlich und offen. Haben uns alle Fragen übers INDERvolk beantwortet, uns zu ner illegalen Biersession im Zimmer eingeladen (ja Rauchen und Alkohol ist eigentlich nicht erlaubt noch gern in dem Haus gesehen; muss ich meinen Rauch immer in ne Plastiktüte pusten, um die verrauchte Luft am nächsten Tag zwei Straßenzüge weiter zu entsorgen… 😉


Melvin und Alphonso haben uns mal gleich mit auf ne Verlobungsfeier am Samstag mitgeschleift.
Nach einer mehr als erfrischten Zugfahrt über 9 Stunden sind wir am Freitag eben irgendwo im Norden von Kochi mitten INDER Pampas angekommen. Die Gegend dort is gar nicht sooo arm, wies von außen ausschaut. Daher wurde für unseren Reiseelephanten gleich mal ein roter Teppich ausgerollt. 😉 ne, nicht ganz, aber sooo herzlich wurde ich noch niiiiiieeeee in meinem Leben empfangen von wildfremden Menschen; Unterhalten war nicht drin mit vielen Einheimischen vor Ort, dafür gings mit simultanübersetzung über unsere beiden Guide, Melvin und Alphonso, die kurz vor ihrem Examen zum Priester stehen. Aber gerade mit den Kids ist es problemlos möglich sich non-verbal zu unterhalten; so hab ich es immerhin in der Kürze der Zeit immer geschafft, „Hi-Five“ den Kids beizubringen, sehr zur Freude der Eltern;

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So, und wer glaubt, die beiden kämen aus Familien von Traurigkeit, der hat sich getäuscht. Am nächsten Morgen wurden wir noch vor unserem ersten Kaffee genötigt, so ne milchige vergorene Pampe zu trinken. Sollte angeblich frisches 5prozentiges Kokosnuss-Bier sein. Roch ähnlich wie bei Oma untern Arm, schmeckte dafür aber wie der Most vom Opa. 😉

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Samstags hat sich, wie schon oben erwähnt, rumgesprochen, dass Deutsche „im Land der Kokosnussbäume“ – das ist nämlich die Übersetzung von „Kerala“, dem südlichsten Bundesstaat von Indien, in dem wir uns gerade aufhalten – eingetroffen sind. Fast mit militärischen Würden wurden wir im Rathaus empfangen, ein Eintrag ins goldene Buch der Stadt war auch Pflicht, die löchrigen Holperpfade wurden abgesperrt, vor Fans konnten wir uns fast nicht retten. Naja, bis aufs letzte blieb alles andere nur ein Wunschtraum.

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War schon verrückt, wie viel Aufruhr 2 Ausländer in einem tief im Urwald liegenden Dorf auslösen können. Hatten fast das Gefühl, dass die Verlobungsfeier etwas in den Hintergrund geraten ist; Viele wollte mit uns nach einem unverständlichen und kurzatmigen Gottesdienst Bilder machen, und nicht mit dem griesgrämig dreinschauenden Hochzeitspaar, die sich an dem Tag angeblich zum zweiten Mal erst gesehen haben. Vorfreude auf Spaß im Bett sieht anders aus 😉

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Der Unterricht INDER benachbarten Schule fiel für kurze Zeit aus, weil die Kinder unbedingt Autogramme von uns haben wollten. Fühlte mich ja schon fast wie Sebastian Vettel letztens in Indien. Nur dass er mehr Geld fürs Autogrammschreiben bekommt… hm, blöd. Hab irgendwas falsch gemacht….

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Ne, war echt ne rundum horizont-erweiternde Erfahrung. Tabea musste das erste Mal mit Fingern essen, hat sich dabei natürlich wie ein kleines Kind angestellt. Von oben bis unten vollgekleckert. Die wollten ihr schon einen Babystuhl zum ranschieben an nen das Holzgestell, was man hier Tisch nennt, bringen. Ach ne, so was gibt’s hier gar nicht, Hier setzt man des Baby einfach mitten auf en Tisch drauf und hofft, dass es mit dem Hinterteil Nahrung aufnimmt.. hmm hab da wohl von meiner Mutter früher was falsch beigebracht bekommen…oder falsch verstanden; hmm!?

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Abends war wieder, wie tags zuvor auch, Baden im reißenden Gebirgsfluss angesagt; dank der starken Strömung kann man stundenlang auf der Stelle schwimmen und erfrischend ist es auch noch. Geil! Wer braucht schon ne Dusche und Shampoo, wenn man en Stück Seife und en reißenden, sauberen Fluss vor der Tür hat. 😉 Ach übrigens ziemt es sich hier a net, als Frau nur mit Bikini im Wasser zu plantschen….also bewundert Beas Badeanzug hier; hmm, sehr komfortabel, für meinen Geschmack, vor allem dann an Land, wenn man sich die Haut von der Sonne trocknen lassen möchte! 😉

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Ach, wer übrigends noch nicht Blutspenden war, kann hier auch sein Blut an kleine eklige Viecher spenden. Die merkt man gar nicht, sieht man aber an den Spuren die Sie hinterlassen.

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Eine neue Geschäftsidee hat sich für uns auch aufgetan; Schildkröten und Krokodile züchten; der eine kleinste Turtel hat ohne Müll 10000 Euro im Einkauf gekostet; unfassbar; und wird wohl, wenn er etwas größer ist, für das 10fache verkauft werden… keine schlechte Marge!

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Naja, wir wissen nicht, wie vielen Familien wir übers WE vorgestellt bekommen, wie viele Hände wir geschüttelt haben, wie viele INDER uns aber eine große Freude gemacht haben, durch ihre Offenheit, Gastfreundschaft und Interesse an uns…  Großer Dank und sei an dieser Stelle mal an unseren Reiseleiter, Melvin, und seinen Freund „Playboy“ Alphonso gerichtet; so entspannt und stressfrei war das Reisen noch nie in einem fremden Land für uns; wir sind den beiden einfach immer hinterher gedackelt; Die haben uns in zig Familien rumgeführt, uns an dies schönsten Flecken dort vor Ort geführt, und uns Tag und Nacht umsorgt; Sowas hab ich noch nie erlebt vorher.

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Sonntags Abend sind wir auf halber Strecke zurück nach Trivandrum nach 6 Stunden in Enakulam, Kochi, ausgestiegen. Dort ham ma dann ne hamma Bootstour durch die Backwaters (ist eigentlich nur en Binnengewässer, ähnlich der schleswig-holsteinschen Seenplatte, wird hier den Touris aber als was ganz besonderes verkauft.) gemacht. Gut, für ne Tagestour für 10 Euro mit Essen und Guide sagma nicht Nein! Gelohnt hat sich auf jeden Fall, aber 7 Stunden Wasser aus den verschiedensten Positionen anzuschauen, und Palmen aus unterschiedlichen Entfernung zu sehen, ist dann doch nach einiger Zeit etwas langweilig und nicht mehr sooo ergiebig… Dafür haben wir einen neuen Fortbewegungsgeschwindigkeitsrekord aufgestellt; unsere 2 Motoren (2 senile oberkörperfreie halbe Meter) liefen auf Hochtouren auf, und brachten unseren Kutter auf ganze 3,6 km/h. Hurra, bei der Geschwindigkeit würden wir unsere Route durch Indien in ganzen 40 Tagen schaffen, wenn wir nonstop im Boot sitzen und unsere beiden Motoren bei konstanter Energiezufuhr durchlaufen würden 😉
Naja, trotzdem haben wir gelernt, wie hier ne INDERFrau sich ein Leben lang mit Seile-machen rumschlägt und wie sich ein 60jähriger INDERMann beim Klettern auf ner Palme die Füße wund schürft und Kokusnüsse durch die Gegend wirft..

Ansonsten hat uns jetzt in Kochi nichts mehr vom Hocker gehauen, ….Also geht’s wieder nach Trivandrum, zu unseren Priestern, die uns nicht vermisst haben könnten, da sie den ganzen Tag angeblich „spiritual studies“ betreiben. In Wahrheit werden Sie so sehr durchmassiert, dass sie den ganzen Tag nichts mehr auf die Kette kriegen, weil sie lätschig wie Gummi sind…