incredible India – you love it or you hate it – Fazit

„incredible india“ – „india -> you love it or you hate it“ – “no problem – welcome to India!”

Selten hab ich das unglaubliche an Indien und die unangenehme, flaue aber doch bemerkbare Hass-Liebe diesem schönen/unschönen Land gegenüber gespürt, wie in den letzten Tagen in Delhi.

Nach nahezu 3 Wochen in einer echt friedvollen Gegend mit einem Haufen Pseudo-Hippies, Möchte-Gern-Buddhisten und sonstigen selbst-ernannten Weltverbesserern (naja, gut, trifft ja auch alles so halb auf mich zu ;-)) hat’s uns doch wieder in eine Großstadt, in dem Fall Delhi, gezogen, weil unser Flug nach Thailand von dort nämlich am 18ten abheben sollte.

Eigentlich wollten wir uns Agra (so en „unbedeutender“ Ort, wo das Taj Mahal steht) auch noch zu Gemüte führen, aber nachdem wir von allen Seiten nur zu hören bekommen haben, dass es eine Touristenverarsche (wie fast an allen Sehenswürdigkeiten in Indien zahlen Ausländer das 10-20fache vom „Normalpreis“!!!) ist , die Stadt an sich dreckig und nicht schön sein soll (gut, da kann man sicherlich durchaus auch anderer Meinung sein, aber bisher konnten wir unseren Tippgebern immer vertrauen ;-)), haben wir uns dazu entschlossen, die Matratze in unserem von einem deutschen Auswanderer geführten Guest-House in Delhi etwas mehr ein zu liegen. Dabei ist leider auch das ein oder andere Fleckchen Wein auf em Betttuch gelandet; (ja, Wein ist hier wieder erschwinglich; statt 25 Euro die Flasche bekommt man hier doch so was ähnliches wie Wein für unschlagbare 8 Euro; ich freu mich schon auf Thailand, wenns Eimerweise Longdrinks gibt, yumyum).

Naja, was ich eigentlich von mir geben wollte: Der große Plan, noch mal die letzten 3-4 Tage in Indien „reinzuhauen“ (viel zu unternehmen, usw…) ist gescheitert. Tabea hats wirklich in unserem recht komfortablen und gemütlich eingerichteten Touristenbunker (jup, ein Zimmer ohne Tageslicht, noch Frischluft, wenn dann gabs mal ne frische Brise Abgase von em Lüftungsschacht) EINEN GANZEN TAG ausgehalten, ohne auch nur die Füße vors Hotel zu setzen! Kompliment!

Naja, soweit kam’s aber auch nur, weil eben das besagte Indien in Delhi eine winzige Spur anders aussieht als im Himalaya:

Statt den oben genannten friedfertigen tibetischen Buddhisten, die im wahrsten Sinne des Wortes, nicht mal einer Fliege etwas zu leide tun würden, sich den ganzen Tag mit irgendwelchen philosophischen Lektüren beschäftigen, Yoga mind. 5 Stunden am Tag praktizieren und am Abend den Friedensnobelpreis des Dalai Lama feiern, herrschte in Delhi Stress und Hektik pur.

Wirklich, Indien wie man’s sich aus den Filmen so vorstellt: laut, hässlich, verdreckt, stinkig, nervig, unangenehm -> einfach kaum zum Aushalten, jedenfalls nicht dann, wenn man von Indien eigentlich schon die Schnauze voll hat (Gut, auch brauch ich mich glaub ich nicht mehr wiederholen hier, aber ich finde Indien einfach echt großartig, würde sagen, ich gehöre wirklich zu der Sorte von Spezies, die Indien lieben gelernt haben; aber wie’s so im Leben eben ist, das Überraschungsei ist ganze 5 min interessant; danach landet’s in der Ecke)

Aber nach gut 7 Wochen ist dann auch mal wieder gut, vor allen Dingen dann, wenn man Indien von so vielen schönen Seiten schon kennen gelernt hat und mittlerweile eigentlich wissen müsste, dass jede Stadt in Indien einfach KEINEN Reiz hat. Jedenfalls für mich nicht; gefakte Gucci-Geldbeutel (hab auch zugeschlagen), Ray-Ben-Brillen und Zigaretten gibt’s überall, in Delhi halt eben zu erstmal überteuerten Preis, wenn man nicht bereit ist, hart zu verhandeln.

Gut, bin ich trotzdem etwas in Delhi rumgegurkt; immerhin gab’s ne Metro, so konnte man sich weitgehend ohne ständiges Feilschen mit TukTuk-Fahrern fortbewegen. Gings jedoch nicht anders, weil man in ein echt außergewöhnliches Toiletten-Museum wollte, musste man wieder knall-hart „Tschau-Tschau“ („geh bitte“) oder „No-No-No“ andere Menschen (es gibt wirklich Touristen, die zählen Inder nicht unbedingt dazu….);- ( ) entgegenbringen. Tut mir echt leid, aber hier lernt man eben das „NEIN“-Sagen ganz gut, wenn man jedes Mal das 4-5fache zahlen soll, oder überall angequatscht wird, ob man nicht Geld wechseln, Zigaretten kaufen oder TukTuk fahren möchte. NEIN!!!, für alle mal und alle Inder, die mir jemals noch mal irgendwelche Gucci-Brillen, Lacoste-Schuhe oder verbrannte Erdnüsse aufzwängen wollen. Ich brauch nix, und wenn ich was brauch, meld ich mich schon! Ne, ich fands echt anstrengend, aber 3-4 Stunden nur vor der Hotel-Tür machen einen so platt und fertig, dass man danach, wie Tabea, echt einen kompletten Tag abgeriegelt von der Außenwelt leben möchte. Ist man auf der vor-vielen-Jahren-mal-asphaltierten Straße mitten in Delhi unterwegs, wird man entweder angefahren, überfahren, angehupt, angetoucht, angegrapscht, angebettelt, belästigt, usw… (wollte eigentlich mal ein Video über eine Minute drehen, was da so alles für Umweltreize auf einen einprasseln, habs aber vercheckt…und hatte auch Angst, dass ich ein Arm und eine Digicam hinterher weniger habe…)

Gut, genug geschrieben von Indien, haben natürlich auch noch weng Sightseeing gemacht und uns bewusst gegen die Taj-Mahal-Tagestour entschieden… können wir eben kein Bild bei Facebook posten und unseren Urenkeln keine Geschichten über eines der Sieben NEUEN Weltwundern erzählen, dafür haben wir unsere Nerven aber geschont und Schnitzel, Steak und deutsches Brot in Massen zu uns genommen! 😉

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Auf geht’s nach Bangkok!!!

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