Beziehungserfahrung

Jetzt entwickelt Klemens langsam eine Moskito-Phobie.
Nachdem ich heute von meiner Shoppingtour zurückkam, dachte ich im ersten Augenblick mein Mann lebt  jetzt seine transexuelle Ader aus, aber nein, es war nur sein Moskitoschutz. Gut, geholfen hats wohl nicht, er leidet weiterhin unter den aggressiven Mistviechern.

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Da der Zug, mit dem wir heute nach Hyderabad fahren wollten, leider restlos ausverkauft war (selbst die Touristenkategorie) haben wir uns kurzfristig entschieden noch nen Tag länger hier zu verweilen und nützliche Dinge zu tun, wie Wäsche waschen, Mails beantworten und Shoppen 🙂
Da Klemens auf Grund seiner nächtlichen Kämpfe mit den oben besagten Mistviechern, nicht so fit war, dachte ich, ich mach mich einfach allein auf den Weg.
Auf Anraten unseres Freundes Father Jesu bin ich mit dem Taxi hingefahren, nur hat das leider doppelt soviel gekostet wie er dachte. Ganze 4,50-euro für 20 km, was hier schon recht teuer ist.  Auf dem Rückweg mit dem Bus hat es ganze 20 cent gekostet.
Na ja wo es mit dem Geld ausgeben dann schonmal sogut funktioniert hat, hab ich gleich weitergemacht und mich schonmal mit Geburtstags und Weihnachtsgeschenke beschenkt.. so ist das wenn der Mann nicht mit dabei ist. Ich habe mich aber sehr über meine Geschenke gefreut.
In Indien kann man auch einfach so gut shoppen! Soviele schöne und unterschiedliche Kleidung und alles so viel günstiger als bei uns.
Das Problem ist nur, dass der Platz im Koffer bald nicht mehr ausreicht, dabei wollten wir unser Gepäck doch eigentich verringern..! Jetzt können wir bald nen Transporter nur für unsere Kleidung mieten.

Dank der vielen hilfsbereiten Menschen ist es hier kein Problem den richtigen Bus zu erwischen. Die meisten helfen einem echt gerne, auch dann wenn sie die Antwort eigentlich nicht wissen. Dadurch wurde ich heute fünf mal in unterschiedliche Richtungen verwiesen, bei der Frage nach einem Ladyshaver. Gut vielleicht gibt es hier so etwas auch nicht. Bei so manchen Dingen hat Frau hier ihre Schwierigkeiten. Tampons, Rasierer, Toilettenpapier (immer gut im Vorrat zu haben), Duschgel, Schminke…
Na gut das Duschgel könnte auch den meisten Männern, bis auf meinem ;-), fehlen. Dafür gibt es aber viiiieeell Seife.Bild0013

Nachdem wir soviel zusammen sind und man sich doch viel weniger frei bewegt, als in seinem trauten Umfeld, tuts gut mal wieder einen Tag auf eigene Faust unterwegs zu sein. Beziehungstechnisch ist man auf so einer Reise ganz anders herausgefordert. Ich meine, alle die Klemens kennen, wissen dass ich es grundsätzlich schon nicht einfach habe 😉 
Ne mal ernsthaft. Klemens hat mich gefragt, ob ich nicht mal zu unseren Beziehungsprozessen schreiben mag, was ich in Ansätzen mal versuche.
Im Gegensatz zu eine Reise allein, geht es zu Zweit darum die unterschiedlichen Bedürfnisse unter einen Hut zu bekommen.
Umso unterschiedlicher die Bedürfnisse, umso größer also die Herausforderung.
Jetzt haben wir in vielen Dingen ähnliche Vorstellungen (was für eine Ehe schonmal grundsätzlich keine schlechte Voraussetzung ist), wir wollen uns nicht reinstressen: lieber nen Tag länger chillen, als einen Tag zuviel Stress; Schlafen sehen wir als eine seeehr schöne und wichtige Nebensache des Lebens; zu nem leckeren Bierchen sagt man nie nein; Menschen und ihre Lebenskultur sind uns wichtiger als Sightseeing und tote Steine; Bus ist schöner als Taxi; aufs Geld achten, aber sich trotzdem auch was gönnen dürfen; der Sinn eines Moskitos ist uns schleierhaft; Spontanität ist uns lieber als an Plänen festzuhalten oder Pläne zu machen;
In anderen Bereichen birgt das gemeinsame Reisen aber auch durchaus Konfliktpotenzial. (Wäre mein Mann Autor dieses Artikels würde er zum Beispiel die stark duftenden Ausdünstungen der Partner anführen, ist er aber ja nicht 😉 )  Eigentlich fallen mir gerade keine anderen Bereiche ein, es sind eher situationsbedingte Differenzen. Der eine möchte noch ein MIttagsschlaf halten (klar Klemens :-)) , der andere möchte nicht, dass die Wäsche mit der Hand gewaschen wird (ups wieder Klemens), wiederrum der andere möchte nicht mehr weiter spazieren gehen (..ähm wieder Klemens), dann ist einer so unkommunikativ und eigenbrödlerisch (klar Klemens ;-)) und der andere so unsensibel (oh das ist ja schon wieder Klemens.. ;-)) und dann ist einer manchmal so unberechenbar (huch also irgendwie scheint es eine klare Einseitigkeit zu geben -natürlich ganz objektiv betrachtet).
Somit kommen wir auf oben Gesagtes zurück: ich habs schon echt nicht einfach!  😉
Ne also ernsthaft betrachtet gehts uns echt ganz gut und wir genießen unsere gemeinsame Zeit in der meisten Zeit 🙂

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