Ade Asien

Aus dem Flugzeug nach Sydney, während unseres 8-Stunden-Flug (8 Stunden – echt übel!!!), vertreib ich mir mal wieder die Zeit damit, das Erlebte hinter mich zu lassen.
Passiert ist eigentlich nicht mehr soviel. Wobei, na ja, es geht so. Wenn ich drüber nachdenke, ist doch immer mehr geschehen, als ich denke.
Mein Gefühl kommt wohl von den vielen unstrukturierten Tagen, in die wir einfach so hinein gelebt haben und bei denen mir manches mal die Decke auf den Kopf fiel (also bildlich gesprochen).
Eigentlich habe ich ja gehofft, dass mein Mann mal so richtig ans Arbeiten kommt, während ich mir ein lockeres Leben machen kann mit Tanzkursen, Kochkursen, Sprachkursen, kreativ Malen Kursen, kreativ Fotografiekursen, wie tanze ich meinen Namen Kursen und so etwas.
Aber na ja… Arbeiten konnte man das Praktikum nicht nennen, wobei wir (ich war sozusagen Mitpraktikant) trotzdem viel gelernt haben.
Unter anderem, dass die asiatische Kommunikationsstruktur so ganz anders verläuft als unsere.
Beispiel Kritik:
Habe ich an einer Person aus welchem Grund auch immer Kritik zu üben, muss ich definitiv viel Zeit einplanen, diese an den Adressaten zu übermitteln, denn erst einmal sollte ich den zu Kritisierenden ein paar Mal zum Essen eingeladen haben, um mit diesem eine Beziehung aufzubauen. Ist unsere Beziehung auf Grund gemeinsamer Mahlzeiten gewachsen (wobei die Gespräche sich am Besten über und ums Essen und Belanglosigkeiten handeln sollten, denn zu persönliche Fragen, bergen die Gefahr, dass der andere sein Gesicht verlieren könnte) werde ich so sanft und indirekt wie möglich, versuchen, den zu Kritisierenden, der mittlerweile ja mein Freund geworden ist, darauf zu stoßen, was ich kritisieren könnte, so dass dieser auch hier auf keinen Fall sein Gesicht verliert, sondern im Besten Fall  von selbst die Erkenntnis erlangt, was ich ihm sagen möchte.
Sollte dieses nicht funktionieren, gäbe es noch die Möglichkeit eine ältere und weisere (wobei das eine mit dem anderen einhergeht, denn umso älter, umso weiser ist hier die devise –wie gut das ich schon so alt bin ;-)) Respektsperson zu Rate zu ziehen, die dann das Gespräch mit der zu kritisierenden Person sucht, und sie in der Richtigkeit des Handelns unterweist. Ganz im klassischen Schüler-Lehrer Verhältnis.
Sind mir die Wege alle zu kompliziert, lasse ich meine Kritik an dem zu Kritisierenden einfach bei allen anderen Menschen in meinem Umfeld heraus, aber natürlich so, dass der zu Kritisierende nichts davon erfährt, denn so hat der zu Kritisierende zwar bei allen anderen sein Gesicht verloren, lebt selber aber mit der Gewissheit weiter, sein Gesicht zu wahren. Also ist Lästern ja durchaus etwas Positives, denn ich möchte dem anderen helfen, dass er nicht sein Gesicht verlieren muss. 😉
Dem zu Grunde liegt die Annahme das Kritik an einer Sache, immer auch Kritik an der Person bedeutet.
Wir dürfen uns also fragen, ob wir als Praktikanten wirklich zur Zufriedenheit gereicht haben, oder es nicht doch verdeckte Kritiken gibt.
Wir werden es wohl nie erfahren und dürfen so mit der Gewissheit gehen, dass wir super toll waren :-).

Hört sich kompliziert an?
So war und ist es auch für uns!
Natürlich beeinflusst die Persönlichkeit des Einzelnen, die jeweilige Ausprägung solcher Verhaltensmuster, aber als grundsätzliche Ausrichtung chinesischer Kultur wurde es uns so weitergegeben.


Jemand berichtete uns sogar, dass auf Grund der zu wahrenden Intimität, er bei manchen seiner Arbeitskollegen nach 12 Jahren gemeinsamer Arbeit nicht weiß, ob diese verheiratet sind!! Seit 12 Jahren und so etwas weiß man nicht?
Also wenn ich da an meine Arbeit zurückdenke, weiß ich sowas normalerweise nach einer Woche ;-).
Worüber unterhält man sich sonst, wenn nicht übers Privatleben, darüber wie gemein der Ehemann heute war, oder was man für ein schöne Geburtstaggeschenk bekommen hat, was man am Nachmittag noch vorhat oder halt alles, was so dazu gehört…. könnte ihr euch so etwas vorstellen, liebe Arbeitskolleginnen? Das ist doch gerad der Lichtblick bei all der Arbeit, dass man ein wenig Beziehung haben kann und es auch persönlich durchaus bereichernd ist 😉

Jedenfalls bin ich jetzt doch froh, dass unsere Reise weitergeht und wir unser Rattenloch (und das ist diesmal Wort wörtlich gemeint) verlassen konnten.
Nachdem unsere Hausbewohner, durch uns menschliche Geschöpfe abgeschreckt, erstmal ihre Scheu hatten, ins Haus zu kommen, wurden sie in der letzten Zeit dreister und zweimal sind sie in unserem Schlafzimmer aufgetaucht, während wir uns darin aufhielten!! Der Rest des Hauses war schon seit längerem wieder in die Pfoten meiner Feinde gelangt. 
Also ich muss sagen es gibt zwei Geschöpfe auf dieser Erde, Moskitos und Ratten, wo ich mich frage, was sich Gott dabei wohl gedacht haben mag!? häää? naja…

Leider mussten wir auch unseren Hund Lullu zurücklassen. Wobei diese in der letzten Woche wieder derart gestunken hat, dass der Abschied nicht sooo schwer fiel. Trotzdem ein liebes Hündchen. Schade dass es mit dem Import nach Deutschland nicht so einfach geht, sonst hätten wir meinem Vater seinen langersehnten Hundewunsch erfüllt. Ok, meine Mutter wird wohl froh sein, dass es nicht funktioniert hat. 😉

Ansonsten sind hier noch ein paar Bilder unsere letzten Aktivitäten zum Abschluss unserer Asienreise.

Formel 1 in Malaysia mit Autopannen (drei Stück!) und null Ahnung

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Fahrt nach Singapur um Judith und Mirka zu treffen. Schön wars.
Die Schweiz von Asien, was wohl alles über die Preise sagt. Wie schön, dass wir unsern Dorm-Room für uns hatten 😉

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Ausflug mit Andrew und seiner Frau zum Bird Park in Malaysia.

Die beiden sind so freundlich und offen. Sie werden uns in Erinnerung bleiben.

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Klemens, unser Möchte-Gern-Lithurgist

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